Von ConceptHospital zu ConceptHealth

Die Idee, die Vision und die Köpfe

Wer die Zukunft beschreiben will, holt diese am besten in die Gegenwart. Die Automobilindustrie macht genau das und präsentiert dem staunenden Publikum regelmäßig ihre Zukunftsvisionen als Conceptcars. Das sind oft sehr merkwürdige Vehikel, gelegentlich ohne Reifen oder mit Monitoren statt einer Windschutzscheibe. In jedem Fall ohne auch nur die kleinste Chance, jemals für den Straßenverkehr zugelassen zu werden. Und doch sind sie mehr als werbewirksame Designstudien. Praktisch alle relevanten Innovationen - vom Airbag bis zu den Pre-Crash-Sensorsystemen - wurden in Conceptcars erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. Wenige Jahre später gehören sie dann zur Serienausstattung.

Nach diesem Vorbild wurde um die Jahrtausendwende der Brainpool ConceptHospital gegründet. Wir waren zu dritt mit Privatdozent Dr. Dirk Richter und Dr. Pascal Scher. Verstärkung holten wir uns mit wechselnden Experten, die nicht nur aus dem Gesundheitswesen kamen. So entstanden rund um die Welt des Krankenhauses spannende Zukunftsszenarien und Blueprints. Innovationen wurden auf den Weg gebracht. Bei ConceptHospital ging es um Krankenhäuser nach dem Leibarztprinzip, Medizin in Echtzeit, Diagnostik im Supermarkt, High-End Operationen auf Kreuzfahrtschiffen oder um Yield-Management in der Versorgung von Patienten. Wenig blieb geheim. In zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen sprachen wir schließlich nicht mehr von Krankenhäusern und Fachabteilungen, sondern von ConceptUnits. Es gab Applaus und wir wurden beschimpft. Am Ende verstand man unsere Ideen. Einiges wurde früher umgesetzt als wir dachten.

Ein Jahrzehnt später ist es an der Zeit für die nächste Evolutionsstufe. Und die heißt ConceptHealth. Hier geht es mehr denn je um den Weg vom guten, alten Gesundheitswesen Bismarckscher Prägung hin zum Gesundheitssystem der Zukunft. Es gilt darüber nachzudenken, wie ein Gesundheitssystem aussehen kann, das seinen Namen wirklich verdient hat. Dabei kann es dann nicht mehr um die Diktion der Sektoren in der ambulanten, stationären oder rehabilitativen Versorgung gehen. Denn in der Zukunft à la ConceptHealth werden hochvernetzte Strukturen – wir nennen diese ConceptAreas -  zunächst einmal dafür Sorge tragen, dass unsere Gesundheit erhalten bleibt. Erst in einem zweiten Schritt wird der Medizin in ihrer historischen Rolle die Reparaturmethodik zur Verfügung gestellt. Ein Paradigmenwechsel, der auch damit beginnen muss, die Definition von Gesundheit neu zu denken. Wir stellen damit auch unser Solidarsystem in Frage - und wir werden nicht nur dieses Tabu brechen.

Denen, die uns zuhören, sei weiterhin die Radikalität der Ideen zugesichert und natürlich bekennen wir uns zu einer Medizin, die in der Zukunft zuerst dem Menschen nutzen wird. Im Idealfall bevor er krank und zum Patienten geworden ist.

Wer über die Zukunft der Gesundheit auf dem Laufenden sein will, dem sei mein Blog empfohlen.

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